Obstbau & Gartenbau

                        Heilkräuter für Mensch und Bienen

Viele Naturschutzverbände bieten inzwischen im Internet Listen der für Bienen geeigneten Trachtpflanzen an, also Pflanzen, die viel Nektar oder Pollen bereitstellen. Dabei fällt eine weitgehende Übereinstimmung mit altbewährten Heilkräutern aus der Volksmedizin auf: Eibisch, Herzgespann, Schafgarbe, Spitzwegerich, Braunelle, Beinwell, Barbarakraut, Weißer Senf, Steinklee, Zitronenmelisse, um nur ein paar zu nennen. Wenn man diese im Garten kultiviert, tut man nicht nur den Bienen Gutes, sondern kann auch das eigene Wohlergehen verbessern, indem sie frisch oder getrocknet als Tee genossen oder anderweitig verwendet werden. Ohne den fachkundigen Rat von geprüften Experten für Pflanzenheilkunde sollte man jedoch nicht experimentieren, denn es gibt auch hochgiftige Kräuter, die nicht den Bienen, wohl aber dem Menschen bei unsachgemäßer Anwendung schaden können! Als Beispiel sei der Eisenhut genannt. Hat man eine unbedenkliche Auswahl getroffen, stellt sich die Frage nach dem Standort und dem praktischen Vorgehen.

Der Standort

Die meisten Kräuter, Gewürze oder Teepflanzen gedeihen am besten auf einem sonnigen Standort und einem eher mageren, sandigen und trockenen Boden. Wer solche Bodenverhältnisse nicht von Natur aus aufzuweisen hat, kann sie sich ohne großen Aufwand schaffen. Einige Schubkarren Sand und in etwa die gleiche Menge eines nicht nährstoffreichen (Pflanzen-)komposts machen auch aus einem lehmigen und tonigen Boden eine gute Anbaufläche für die Kräuter. Es ist nicht so, dass die Zitronenmelisse auf Lehm nicht gedeihen würde, aber sie und alle anderen Kräuter, bilden dort deutlich weniger ätherische Öle aus. Also das, was wir als typischen Duft wahrnehmen, bzw. das, was wir als Würz- und Heilkraft erleben. Es gibt auch Ausnahmen, wie zum Beispiel die Minze, die es durchaus feucht mag. Typische Waldrandpflanzen gibt es auch, die entsprechend besonders gut an halbschattigen Standorten gedeihen. In den einzelnen Pflanzenbeschreibungen ist das vermerkt.

 Wie legt man eine Bienenwiese im Garten an?

Das Beet sollte gut vorbereitet sein, Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Winde machen einem sonst das Leben sehr schwer. Ist das Frühjahr gekommen, kann gesät werden. Freilandaussaaten sind aber heikel. Im kalten Frühjahr ist die Keimung verzögert und kennt man die Pflanzen nicht genau, kann man sie nicht von den gleichzeitig auflaufenden Wildkräutern unterscheiden. Dazu kommt noch, dass es beim Keimverhalten drei Gruppen gibt: Die Lichtkeimer, die Dunkelkeimer, die Kaltkeimer. Die Einen werden nur dünn mit Erde bedeckt, die anderen eingearbeitet und die Kaltkeimer brauchen einige Wochen Temperaturen um den Gefrierpunkt, sonst keimen sie gar nicht. Ein Kühlschrank ist dazu nicht kalt genug, die Tiefkültruhe für viele aber zu kalt. Das heißt, man muss die Kaltkeimer schon Mitte des Winters an einen Platz an der Nordseite des Hauses gestellt haben, im Frühjahr können sie dann ausgesät werden. Ein weiteres Problem: junge Keimlinge werden eher von Schnecken gefressen als später die größeren Pflanzen.

Bewährt hat es sich daher, die Jungpflanzen im Haus vorzuziehen oder zu kaufen. Gepflanzt wird in Reihen im Abstand von 30 Zentimetern mit 50 bis 60 Zentimetern Zwischenraum zur nächsten Reihe. Das ermöglicht  die notwendige Bodenbearbeitung im ersten Jahr, damit die Kräuterstauden unbedrängt von anderen Pflanzen heranwachsen können. Schon in der nächsten Gartensaison kann man die Spontanvegetation, sofern es sich um Blühpflanzen und nicht um Gräser handelt, zwischen den Reihen wachsen lassen und hält nur den Bereich direkt um die Kräuterstaude von Wildwuchs frei. Im ersten Jahr ist der Arbeitsaufwand am größten, danach hat man aber eine dauerhafte Blühwiese, die nur noch wenig Pflegeaufwand braucht.Für die Honigbienen ist die abwechslungsreiche Kräutertracht viel wertvoller als Kulturen aus wenigen Pflanzenarten. Sie brauchen allerdings eine größere Menge an Blüten einer Pflanzenart, sonst finden sie nicht in den Garten. Die Spontanvegetation ist von besonderem Nutzen, weil sie genau jene Pflanzen hervorbringt, auf die die Hummeln vor Ort und vor allem bestimmte hoch spezialisierte Wildbienenarten bereits eingestellt sind.


Der zweijährige Muskateller-Salbei gut für Biene und Mensch

Tabellen mit guten Trachtpflanzen für alle Blüten besuchenden Insekten finden Sie unter folgendem Link: http://dahlem-buch.de/index.php/pflanzentabellen

Über den Bienenkräutershop auf dieser Webseite kann man Wildstauden, Heilkräuter und Gewürzpflanzen beziehen. Für Interessierte aus der Lüneburger Umgebung wird ein Ab-Hof-Verkauf ab Juni, jeweils Samstag 9:00 - 13:00, in 21401 Bavendorf, Alte Heerstr. 20 eingerichtet.

 

Bienenkräutershop

Aus eigener Anzucht bieten wir eine Reihe von Heil- und Gewürzpflanzen, Wildstauden und einheimischen Gehölzen an. Zum Bienenkräutershop.

 

Den Artikel über fruchttragende Bäume und Sträucher finden Sie unter Wildobst.

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