Obstbau & Gartenbau

Wildobst im Garten – nützlich für Mensch und Tier

 

Als Wildobst bezeichnet man fruchttragende Pflanzen die nicht oder nur wenig vom Menschen züchterisch beeinflusst worden sind.

Der Schwarze Holunder etwa, die Kornelkirsche, Schlehe, Sanddorn, Hagebutte, Haselnuss, der Nussbaum, Heidelbeeren, Speierling, Eberesche, Holzapfel, Vogelkirsche und Wildbirne gehören zu den bekanntesten heimischen Gewächsen, die für den Menschen essbar sind. Außerdem gibt es eine ganze Reihe heimischer Sträucher und kleiner Bäume, deren Früchte für uns zwar nicht genießbar sind (teilweise jedoch als alte Heilmittel der Volksmedizin gelten), den Tieren dagegen als Nahrung dienen können, wie etwa der Gemeine Schneeball, der Rote Holunder, Bocksdorn, Weißdorn, Traubenkirsche und Rauschbeere. Und es gibt viele ess- oder nutzbare Pflanzen aus anderen Weltgegenden, die schon seit langer Zeit bei uns eingebürgert sind. Felsenbirne, Mahonie, Maulbeere, Aronia, Berberitze, Heckenkirsche, Amerikanischer Schneeball, Ginkgo, Asiatischer Blüten-Hartriegel, Bärentraube, Cranberry, Andenbeere, Ölweide, Kirschapfel, Kartoffelrose, Späte Traubenkirsche, Elsbeere, Mehlbeere sowie diverse kleinfrüchtige Apfelsorten.

Auf dem Bild links die Felsenbirne,dann die Blutpflaume, mit ihren kleinen aber schmackhaften Früchten und rechts eine junge Wildkirsche.

 

Allein die Tatsache, dass Pflanzen Früchte tragen, zeigt ihre Bedeutung für die Tierwelt an. Indem sie im Stadium der Blüte den Bienen, Hummeln oder Wildbienen Nahrung bieten (und im Gegenzug dafür befruchtet werden), oder, wie die Haselnuss, zwar Windbestäuber sind, aber reichlich Pollen produzieren, der von den Bienen als frühe Trachtquelle genutzt werden kann

Ein Strauch, der schon sehr früh blüht, ist die Kornelkirsche. Die Blüte ist unscheinbarer und nicht so leuchtend wie die der gleichzeitig blühenden Forsythien, letztere hat aber sterile Blüten, produziert weder Nektar noch Pollen und ist somit für die Insekten wertlos. Während man bei der Forsythie nichts ernten kann, reifen an der Kornelkirsche im Spätsommer ganz saftige, mirabellengroße Früchte mit einzigartigem Geschmack, die man am besten einkocht, da sie sich nicht lange lagern lassen. Wahrscheinlich liegt es an dieser kurzen Zeitspanne, in der die Kornelkirschen genussreif sind - von „noch zu sauer“ bis „überreif“ dauert es nur wenige Tage -, dass man sie nicht wirtschaftlich nutzt. Doch was der Mensch nicht verwertet, kommt im Garten dann der Tierwelt zugute. Die Amseln holen sich ihr Teil, Schmetterlinge saugen den süßen Saft auf.

Hagebutten, die Früchte der Hundsrose, lassen sich vielfältig in der Küche und der Hausapotheke verwenden. Für manche Anwendungen ist die Verarbeitung etwas aufwändig, weil man die Samenkörner und das Fruchtfleisch trennen muss. Die Frucht ist ausgesprochen reich an Vitamin C, ein Tee aus den getrockneten Hagebutten ist ein wirksames Mittel gegen Erkältungen. Andere Inhaltsstoffe sind: Vitamin B1 und B2, Betakarotin, Vitamin K, Nikotinsäure (Niacin), Flavonoide, Fruchtsäuren, Pektine, Lykopin. Seit man weiß, dass dieses Lykopin Herzinfarkten und Krebs vorbeugen helfen kann, widmet sich die medizinische Forschung intensiv diesem Inhaltsstoff. In der Küche kann man die Hagebutte als Tee, als Sirup, Marmelade, Kompott oder in Likör verwenden. Geerntet wird im Spätherbst, nach den ersten Nachtfösten.

Die Pflanze an sich ist eine imposante Erscheinung und belebt den Garten ungemein. Erst mit der prächtigen Blüte und später dann mit den leuchtend roten Früchten. Und sie lockt ab November Vögel in den Garten, die sich über alles hermachen, was der Mensch nicht für sich verwertet hat.

Der Sanddorn, für uns eher mühsam zu ernten, ist für die Vögel ein wichtiger Teil ihrer Nahrung im Herbst. Eine dezentrale Fütterung, bei der sich Grünfinken, Meisen und Spatzen in den Sträuchern an diversen Früchten bedienen können, birgt nicht die Gefahr von Krankheitsübertragungen, auf die man an Futterhäuschen achten muss, und ist generell eine wertvolle Ergänzung der industriell hergestellten Nahrungsangebote für unsere Wintervögel.  

Obenstehendes Bild zeigt einen Zierapfel, ein Beispiel für Wildobst, das ursprünglich in Asien beheimatet ist. Die kleinen Früchte schmecken leicht bitter und herb, warten aber mit einer äußerst reichen Geschacksfülle auf. Sie bleiben lange am Baum, erst ab Januar werden sie von den Vögeln gefressen. Von den Zieräpfeln gibt es eine ganze Reihe an Arten, die sich in Blüten- und Fruchtfarbe und durch unterschiedlichen Habitus und Gehölzgröße unterscheiden.

Im Garten lässt sich Wildobst ganz problemlos kultivieren, es stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden und das Klima. Die meisten Arten, wie immer bei fruchttragenden Gewächsen, bevorzugen einen sonnigen Standort, einige, vor allem Sträucher, gedeihen aber auch auf einem  halbschattigen Platz. Einen besonderen Ertragsschnitt benötigen sie nicht, man sollte aber alle strauchartigen Pflanzen regelmäßig verjüngen. Hat ein Strauch etwa 12 Triebe, so schneidet man nach ein paar Jahren drei der ältesten heraus, also ein Viertel und lässt dafür wieder drei junge nachwachsen. Wichtig ist die Triebe dicht am Boden zu entfernen, nur dann behält der Strauch seine natürliche Wuchsform. Verfährt man so jedes Jahr, hat man nie überalterte Gehölze.

Bild oben: Besonders in Städten ist die gelbbühende Mahonie verbreitet. Der etwa hüfthoch werdende Strauch liebt den Halbschatten, dient als frühe Bienenweide und trägt im Spätsommer büschelweis schwarze Beeren, die man zu Marmelade verkochen kann. Die rotblühende Zierquitte wird zusammen mit anderen Früchten eingekocht, sie hat einen sehr hohen Pektingehalt, so dass man nicht so viel Gelierzucker braucht.

 

Bienenkräutershop

Aus eigener Anzucht bieten wir eine Reihe von Heil- und Gewürzpflanzen, Wildstauden und einheimischen Gehölzen an. Zum Bienenkräutershop.

 

Den Artikel über fruchttragende Bäume und Sträucher finden Sie unter Wildobst.

Zum Seitenanfang