Obstbau & Gartenbau

Apfelsorten

Essbare Wildkräuter, nützliche Bienenpflanzen

Unter den einheimischen Wildpflanzen gibt es viele Arten die essbar sind. Giersch, Gänseblümchen, Vogelmiere, Melde und Löwenzahn findet man in fast jedem Garten und kann Blätter oder Blüten in das morgendliche Smoothie oder in den Salat mischen. Im Geschmack und von den Inhaltsstoffen her sind sie viel reichhaltiger als die üblichen Kulturpflanzen. Man sollte aber nie zu viel von ihnen nehmen und sie auch nicht über einen längeren Zeitraum genießen, besser öfter mal die Zutaten wechseln. Die Liste der Pflanzen mit denen man das Nahrungsspektrum bereichern kann, ist nämlich viel länger: Gundermann, Acker-Glockenblume, Duft-Veilchen, Wiesenflockenblume, Nachtkerze Ackerhellerkraut, Echter Alant, Beinwell, Berufskraut…, um nur einige zu nennen. Alles Wildpflanzen, die man früher am Wegrain der Felder finden konnte, die aber durch die Intensivierung der Landwirtschaft weitgehend von dort verschwunden sind.

Sie lassen sich jedoch im Garten ohne großen Aufwand kultivieren. Ungedüngte Gartenerde, mit etwas nährstoffarmem Kompost verbessert, bildet die Grundlage. Die meisten Kräuter bevorzugen einen sonnigen Standort. Aussäen sollte man sie am besten zuerst in einer Saatschale, dann in Töpfe pikieren und erst später auspflanzen, da sich die kleinen Keimlinge bei einer Direktsaat nur schwer von den unerwünschten Wildkräutern im Gartenboden unterscheiden lassen. Empfehlenswert ist dieses Vorgehen auch, weil man so viel weniger Ausfälle durch Schnecken hat. Sie verzehren die Keimlinge zu einem hohen Prozentsatz, größere Pflanzen dagegen werden eher verschont. Gegossen werden braucht nur wenig, lediglich etwas Hackarbeit fällt an. Vor der Aussaat oder Pflanzung sollte das Beet frei sein von Quecke, Winde oder Giersch, die zu dominant sind und alles andere unterdrücken.

Das Bild zeigt in Töpfen vorgezogenes, wintergrünes Barbarakraut, das wegen seines Geschmacks auch Winterkresse genannt wird. Erst allmählich werden altbewährte Nahrungspflanzen wiederentdeckt. Interessant ist auch, dass die meisten der kulinarisch nutzbaren Wildkräuter gleichzeitig gute Trachtpflanzen für Bienen, Wildbienen und Hummeln sind. Pflanzt man sie im eigenen Garten an, tut man also Gutes nicht nur für sich und die eigene Familie, sondern auch für die Blüten besuchenden Insekten.

Saatgut kann man beziehen bei:

 

Saatgut und fertige Pflanzen bei:

Über den Bienenkräutershop auf dieser Webseite kann man ebenfalls Wildstauden, Heilkräuter und Gewürzpflanzen beziehen. Für Interessierte aus der Lüneburger Umgebung wird der Ab-Hof-Verkauf wieder ab Mitte September, jeweils Samstag 9:00 - 13:00, in 21401 Bavendorf, Alte Heerstr. 20 eingerichtet.

Acker-Glockenblumen, von denen man sowohl die Blätter verzehren kann, als auch im Herbst die Wurzel, Löffelkraut, das schon seit den Zeiten der Wikinger als Mittel gegen den Skorbut in der Schiffahrt Verwendung fand und Barbarakraut, ein pikantes Blattgemüse, sind ebenso am Verkaufsstand zu finden, wie eine reiche Auswahl an Heilkräutern und Wildstauden.

 

 

                        Heilkräuter für Mensch und Bienen

Viele Naturschutzverbände bieten inzwischen im Internet Listen der für Bienen geeigneten Trachtpflanzen an, also Pflanzen, die viel Nektar oder Pollen bereitstellen. Dabei fällt eine weitgehende Übereinstimmung mit altbewährten Heilkräutern aus der Volksmedizin auf: Eibisch, Herzgespann, Schafgarbe, Spitzwegerich, Braunelle, Beinwell, Barbarakraut, Weißer Senf, Steinklee, Zitronenmelisse, um nur ein paar zu nennen. Wenn man diese im Garten kultiviert, tut man nicht nur den Bienen Gutes, sondern kann auch das eigene Wohlergehen verbessern, indem sie frisch oder getrocknet als Tee genossen oder anderweitig verwendet werden. Ohne den fachkundigen Rat von geprüften Experten für Pflanzenheilkunde sollte man jedoch nicht experimentieren, denn es gibt auch hochgiftige Kräuter, die nicht den Bienen, wohl aber dem Menschen bei unsachgemäßer Anwendung schaden können! Als Beispiel sei der Eisenhut genannt. Hat man eine unbedenkliche Auswahl getroffen, stellt sich die Frage nach dem Standort und dem praktischen Vorgehen.

Der Standort

Die meisten Kräuter, Gewürze oder Teepflanzen gedeihen am besten auf einem sonnigen Standort und einem eher mageren, sandigen und trockenen Boden. Wer solche Bodenverhältnisse nicht von Natur aus aufzuweisen hat, kann sie sich ohne großen Aufwand schaffen. Einige Schubkarren Sand und in etwa die gleiche Menge eines nicht nährstoffreichen (Pflanzen-)komposts machen auch aus einem lehmigen und tonigen Boden eine gute Anbaufläche für die Kräuter. Es ist nicht so, dass die Zitronenmelisse auf Lehm nicht gedeihen würde, aber sie und alle anderen Kräuter, bilden dort deutlich weniger ätherische Öle aus. Also das, was wir als typischen Duft wahrnehmen, bzw. das, was wir als Würz- und Heilkraft erleben. Es gibt auch Ausnahmen, wie zum Beispiel die Minze, die es durchaus feucht mag. Typische Waldrandpflanzen gibt es auch, die entsprechend besonders gut an halbschattigen Standorten gedeihen. In den einzelnen Pflanzenbeschreibungen ist das vermerkt.

 Wie legt man eine Bienenwiese im Garten an?

Das Beet sollte gut vorbereitet sein, Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Winde machen einem sonst das Leben sehr schwer. Ist das Frühjahr gekommen, kann gesät werden. Freilandaussaaten sind aber heikel. Im kalten Frühjahr ist die Keimung verzögert und kennt man die Pflanzen nicht genau, kann man sie nicht von den gleichzeitig auflaufenden Wildkräutern unterscheiden. Dazu kommt noch, dass es beim Keimverhalten drei Gruppen gibt: Die Lichtkeimer, die Dunkelkeimer, die Kaltkeimer. Die Einen werden nur dünn mit Erde bedeckt, die anderen eingearbeitet und die Kaltkeimer brauchen einige Wochen Temperaturen um den Gefrierpunkt, sonst keimen sie gar nicht. Ein Kühlschrank ist dazu nicht kalt genug, die Tiefkültruhe für viele aber zu kalt. Das heißt, man muss die Kaltkeimer schon Mitte des Winters an einen Platz an der Nordseite des Hauses gestellt haben, im Frühjahr können sie dann ausgesät werden. Ein weiteres Problem: junge Keimlinge werden eher von Schnecken gefressen als später die größeren Pflanzen.

Bewährt hat es sich daher, die Jungpflanzen im Haus vorzuziehen oder zu kaufen. Gepflanzt wird in Reihen im Abstand von 30 Zentimetern mit 50 bis 60 Zentimetern Zwischenraum zur nächsten Reihe. Das ermöglicht  die notwendige Bodenbearbeitung im ersten Jahr, damit die Kräuterstauden unbedrängt von anderen Pflanzen heranwachsen können. Schon in der nächsten Gartensaison kann man die Spontanvegetation, sofern es sich um Blühpflanzen und nicht um Gräser handelt, zwischen den Reihen wachsen lassen und hält nur den Bereich direkt um die Kräuterstaude von Wildwuchs frei. Im ersten Jahr ist der Arbeitsaufwand am größten, danach hat man aber eine dauerhafte Blühwiese, die nur noch wenig Pflegeaufwand braucht.Für die Honigbienen ist die abwechslungsreiche Kräutertracht viel wertvoller als Kulturen aus wenigen Pflanzenarten. Sie brauchen allerdings eine größere Menge an Blüten einer Pflanzenart, sonst finden sie nicht in den Garten. Die Spontanvegetation ist von besonderem Nutzen, weil sie genau jene Pflanzen hervorbringt, auf die die Hummeln vor Ort und vor allem bestimmte hoch spezialisierte Wildbienenarten bereits eingestellt sind.


Der zweijährige Muskateller-Salbei gut für Biene und Mensch

Tabellen mit guten Trachtpflanzen für alle Blüten besuchenden Insekten finden Sie unter folgendem Link: http://dahlem-buch.de/index.php/pflanzentabellen

Über den Bienenkräutershop auf dieser Webseite kann man Wildstauden, Heilkräuter und Gewürzpflanzen beziehen. Für Interessierte aus der Lüneburger Umgebung wird ein Ab-Hof-Verkauf ab Juni, jeweils Samstag 9:00 - 13:00, in 21401 Bavendorf, Alte Heerstr. 20 eingerichtet.

 

Der Balkan-Storchschnabel, botanisch Geranium macrorrhizum, ist eine Blütenstaude, die man als Bodendecker verwenden kann. Er stammt aus den Gebirgen Südosteuropas, wo er meist an schattigen Stellen zwischen Sträuchern und Felsen wächst. Die Staude gedeiht bei genügend Bodenfeuchtigkeit aber auch in der Sonne. Für den Gärtner ist seine Eigenschaft wichtig, wirkungsvoll Unkraut unterdrücken zu können. Durch das dichte Blätterdach der 30 – 50 cm hohen Staude wird das Licht abgehalten auf den Boden zu dringen und es gibt nur wenige Pflanzen, die solch eine starke Beschattung vertragen. Die dicken oberirdischen Stängel, die sich aus Wurzelausläufern erheben, tragen ansehnliche, 10 – 15 cm breite Blätter. Die Blütezeit reicht von Mitte Mai bis Mitte Juni, wobei die Farben, je nach Sorte, zwischen weiß, rosa und rosa-violett variieren. Im Winter behält der Storchschnabel eine Blattrosette und ist so im Austrieb sehr früh, was seine Unkraut unterdrückende Fähigkeit erklärt. Wichtig ist auch, dass er nicht wuchert und lange Zeit leben kann.
Bei den einjährigen Unkräutern ist es das Kanadische Berufskraut, das gelegentlich in die Storchschnabelpflanzung eindringen kann, es ist aber einfach zu entfernen. In Waldnähe kann der Adlerfarn ein Eingreifen nötig machen.
Ausdauernde Wildpflanzen, wie Quecke lässt  sich im Allgemeinen gut in Schach halten. Die Quecke wird mit den ganzen Soden ausgestochen, dann bringt man eine Bodenverbesserung  in Form von Kompost auf. Am besten bewährt hat sich gut verrotteter Pferdemist. In dieses Substrat wird der Storchschnabel eng gepflanzt. Eine wirklich gute Unkrautunterdrückung wird nur im Halbschatten erreicht.
Um den Giersch wirkungsvoll in Schach zu halten, muss man sich die Mühe machen die Wurzelausläufer sauber zu entfernen. An sonnigen Standorten und im Schatten reicht das für die dauerhafte Bekämpfung des Giersch aus, wenn man eng genug, 20 X 20 cm, gepflanzt hat. Im Halbschatten, dem Lebenselement des Giersch, gelingt es dem Unkraut ab und zu einzelne Stängel durch das Blattwerk des Storchschnabels zu schieben. Geranium erleichtert die Bekämpfung des Giersch, aber sich selbst überlassen darf man das Beet nicht, sonst siegt, wenn auch erst nach Jahren, das Unkraut.
Das obenstehende Bild zeigt eine flächige Pflanzung von Balkan-Storchschnabel, die vor zwölf Jahren angelegt wurde. Der Pflegeaufwand dieser Fläche, die nicht begangen wird, ist minimal.
Das praktische an dem Balkan-Storchschnabel ist, dass man ihn sehr leicht selber vermehren kann:
Man schneidet etwa fingerlange Stecklinge aus den oberirdischen Rhizomen gut entwickelter Mutterpflanzen. Sind die Pflanzen zu klein, können sich die Jungpflanzen nicht so schnell entwickeln und später gegen das Unkraut nicht konkurrieren. Man entfernt die Blätter und steckt sie entweder an Ort und Stelle in den Boden oder besser in einen Blumentopf in humose Erde. Man muss nur darauf achten, dass sie nicht austrocknen. Zeigen sich neue Blätter,  wartet man noch  drei, vier Wochen bis sich auch genügend Wurzeln gebildet haben, bevor man die Pflanzen in das Beet setzt, am besten in einem Abstand von 20 mal 20 cm.
Im Bienenkräutershop können Sie den Balkan-Storchschnabel als Jungpflanze oder im 9er Topf erwerben.
 

 

Gründliches Anwässern nach der Pflanzung ist nötig, auch in den ersten Tagen danach sollte man mit Wasser nicht sparsam sein. Dann reichen die natürlichen Niederschläge aus, nur bei extremer Trockenheit muss man nachhelfen.
Im ersten Jahr muss regelmäßig gehackt und gejätet werden später reicht es gelegentlich auftretende Unkräuter mit der Hand heraus zu ziehen. Spätestens im dritten Jahr ist die Pflanzung dicht geschlossen.

Wichtig: bei Pflanzung auf voll besonnten Standorten bleiben die Pflanzen gedrungener und müssen bei Trockenheit viel bewässert werden.

Der beste Lebensraum für den Storchschnabel ist der Halbschatten!

 

Blühender Storchschnabel.



Impressum: Eberhard Parnitzke, Gartenbau, Am Eichenhain 3a, 21368 Dahlem, Email E. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 

 

 

 
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