Obstbau & Gartenbau

Apfelsorten

Die Gründüngung im Herbst

Sind die Gemüsebeete abgeerntet und ist der Flor der frühen Sommerblumen verblüht, kann man die freien Flächen im Garten gut mit einer Gründüngung besäen. Sie wird nicht so üppig ausfallen wie im Frühjahr oder Sommer, dazu ist es einfach zu spät, aber für den Boden ist es sehr vorteilhaft, wenn er nicht ungeschützt in den Winter geht.
Liegt die Erde brach, können Wind und Wetter den schutzlosen Boden abtragen, verschlämmen oder auch austrocknen. Außerdem breiten sich zwangsläufig Wildkräuter aus, oft auch solche, die nicht so einfach wieder wegzubekommen sind wie Quecke, Winde oder Giersch. Eine Gründüngung beschattet den Boden und verhindert so, dass unerwünschte Pflanzen sich ansiedeln können. Die Wurzeln der Gründüngungspflanzen gehen bei einigen Arten weit in die Tiefe und erschließen so Bodenschichten, in die man mit dem Spaten nicht mehr kommt. Die Erde wird bis in den Unterboden hinein gelockert und ein sicherer Luftaustausch im Wurzelbereich der nachfolgenden Kulturpflanzen gewährleistet. Gleichzeitig wird für die Vielzahl von Bodentieren, allen voran dem Regenwurm, ein Nahrungsangebot bereit gestellt. Verbesserter Humusgehalt ist die Folge und damit ein ausgeglichener Nährstoff- und Wasserhaushalt. Das Land wird durch die ausgesäten Pflanzen gedüngt.
Bei den Gründüngungspflanzen, die man im Herbst im Garten einsäen kann, muss man zwischen abfrierenden und winterfesten Arten unterscheiden. Letztere bieten einen besseren Schutz vor Erosion, haben aber den Nachteil, dass sie im Frühjahr mühevoller zu entfernen sind. Außerdem werden sie mit den Wurzeln gerodet. Somit bleibt nicht so viel organische Masse im Beet und muss erst wieder arbeitsaufwendig über den Komposthaufen dem Boden zugeführt werden.
Eine besondere Bedeutung kommt den Schmetterlingsblütlern zu, denn sie sammeln Stickstoff in den Boden, der der nachfolgenden Hauptkultur zugute kommt. Aus dieser Pflanzenfamilie eignen sich der Perserklee, die Sommerwicke und die Lupinen für den Anbau im Garten. Sie haben eine Pfahlwurzel, die die Erde tief erschließt und frieren alle drei im Winter ab.
Der Gelbsenf wird gerne als Gründüngung genommen, da er aber zur Familie der Kreuzblütler gehört, die mit einer ganzen Anzahl von Arten auch unter den Gemüsen zu finden sind, kann er Krankheiten dieser Pflanzen wie die gefürchtete Kohlhernie übertragen. Man muss also, wenn man den Senf anbauen will, dafür sorgen, dass mindestens zwei Jahre kein Kohl, Rettich, Radieschen oder Kohlrabi, um nur die wichtigsten Kreuzblütler zu nennen, auf das Beet kommen.
Mit der blau blühenden Phacelia hat man diese Sorgen nicht. Sie ist mit keiner anderen Kulturpflanze verwandt. Ihre feinen Blätter und Stängel zersetzen sich rasch und hindern nicht bei der Bestellung von Folgesaaten. Der Boden wird gut aufgeschlossen und bei entsprechend früher Aussaat zeigt sie ihre blauen Blüten, die auch gerne von Bienen besucht werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Buchweizen: Er ist nicht mit den gebräuchlichen Gartenpflanzen verwandt und erreicht bei dichter Aussaat schnell eine undurchdringliche Grünmasse, die es anderen Gewächsen unmöglich macht zu keimen. Im Winter friert er sicher ab.

Gründung im Garten
Will man eine längerfristige Begrünung erreichen, um zum Beispiel erschöpften Beeten eine Ruhepause zu ermöglichen, so kann man einjähriges Weidelgras oder Winterroggen aussäen, bei denen das Gras in strengen Wintern abfriert, in milden Wintern, genau wie der Roggen, stehen bleibt.
Die Gründüngung wird breitwürfig ausgesät, eingeharkt und einmal angegossen. Dann sollten die natürlichen Niederschläge für gutes Wachstum ausreichend sein. Im nächsten Frühjahr findet man unter der Pflanzendecke einen Boden vor, der eine hervorragende Krümelstruktur besitzt, tief gelockert ist und eine ausgeglichene Nährstoffbilanz aufweisen kann.

Phacelia mit Buchweizen

 

Phacelia, eine gute Bienenweide

Phacelia mit Biene

Die Blüte ist nur noch spärlich im Herbst

Gründüngung im Herbst

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